Senseo Presso

Die Starterbox enthält einen neuen Padhalter sowie ein Paket Senseo Presso Kaffeepads zum probieren. Bevor man aber nun vor lauter Begeisterung gleich mit der Box zur Kasse rennt, sollte man erst einmal einen Blick auf deren Seite werfen. Dort sieht man nämlich, dass es verschiedene Versionen mit Padhaltern für die verschiedenen Senseo-Maschinen gibt. Beim Einzelhändler meiner Wahl gab es scheinbar nur solche für die zweite Generation (S2), welche die Version ist, wo man den Hebel zum öffnen der Maschine mit einem Finger bedienen kann. Für die Aluminium-Version wie auch für die neueste Generation ("New Generation") gibt es spezielle Padhalter, nur die Besitzer von Maschinen der ersten Generation (S1), bei der man den Verschluß nur mit zwei Fingern öffnen kann, gehen aus technischen Gründen wohl leider leer aus. Für Sie bietet Philips allerdings 20% Rabatt auf eine neue Senseo Maschine an. (Details dazu findet man hier.)

Auf den ersten Blick scheint der Presso-Padhalter ziemlich ähnlich zum normalen Einzel-Padhalter zu sein. Weder sind die Presso-Pads also größer oder kleiner, noch haben sie eine andere Form. Der zweite Blick verrät jedoch, dass die Durchlassöffnung des Padhalters kleiner ist, so dass von der Maschine beim brühen ein höherer Druck aufgebaut wird. Ein erster Test bestätigte dies. Die Maschine muss sich hörbar mehr Mühe geben, als wenn der normale Padhalter eingesetzt ist. Ein wenig verwundert bin ich allerdings über das große, runde Kunststoffbauteil, welches an der Unterseite des neuen Padhalters angebracht ist. Es scheint augenscheinlich keine Funktion zu haben, verdeckt jedoch teilweise den Auslass, durch den der fertig gebrühte Kaffee in die Tasse läuft. (Siehe Foto)



Ein weiterer Eindruck bestätigte sich dann nach dem ersten Test noch durch nachschauen auf der Senseo Presso Homepage, und zwar reduziert sich durch die Verwendung des neuen Padhalters definitiv auch die Wassermenge, die durch das Pad fließt. Ich bin mir zwar nicht ganz sicher wie das bewerkstelligt wird, immerhin hat der Padhalter keine Kodierung oder ähnliches, den die Maschine erkennen könnte, jedoch denke ich mir, dass es ein Effekt sein könnte, der wohl durch den höheren Druck ausgelöst wird. Details hierzu verrät jedoch auch Philips nicht. Lediglich die Menge von 80ml Wasser pro Brühvorgang wird dort angegeben.
Nach allem hin und her war natürlich noch der Geschmackstest fällig, und hier war ich sehr positiv überrascht. Erwartet hatte ich bitteren Espresso, so wie ich ihn vom Italiener kenne. (Wahrlich habe ich bislang sonst nicht viel Espresso getrunken, außer vielleicht bei Starbucks, dort aber immer mit viel Milch in Form eines leckeren Cafe Late.) Senseo Presso überrascht jedenfalls mit äußerst mildem und angenehmen Geschmack, obwohl er recht kräftig ist. Man merkt ihm deutlich an, dass er eine "Pura Arabica" Mischung ist. Von allen Senseo Sorten ist dieser nun definitiv mein Liebling, und er schafft es sogar auf einen ähnlichen Rang vorzurücken wie meine absolute Lieblingssorte, und das ist der Crema d'Oro von Dallmayr.

Mein Fazit: Der interessierte Senseo-Freund sollte sofort zugreifen wenn er irgendwo eine der laut Philips limitierten Starterboxen ergattern kann. Für fünf Euro bekommt man den neuen Padhalter sowie ein Paket Presso Pads dazu. Normaler Weise geht der Padhalter alleine für diesen Preis über den Ladentisch. Online habe ich die Starterboxen bisher noch nicht gesehen, den Padhalter alleine bekommt man allerdings zum Beispiel, wie auch die Presso Pads, schon bei Amazon, auch wenn die Pads dort momentan den ziemlich horrenden Preis von € 3,99 für eine 16er Packung kosten. Aber das ändert sich hoffentlich bei besserer Verfügbarkeit noch.
-Daniel
Aus rechtlichen Gründen nicht für Senseo...
"Aus rechtlichen Gründen zurzeit nicht in Philips/Senseo Kaffeepadautomaten zu verwenden."

Neugierig geworden fand ich nach einer Stichprobe bei vielen anderen Marken ähnliche Aufdrucke. Teilweise waren diese sogar wesentlich deutlicher formuliert. Bei Jacobs las man beispielsweise auf einem leuchtend roten Sticker auf der Vorderseite ziemlich eindeutig: "Nicht geeignet für Senseo Kaffeepadmaschinen."
Bisher sind mir bei der Zubereitung von Kaffee mit diesen Pads keine Probleme aufgefallen, und wider Erwarten hat meine Senseo auch den nächsten Versuch schadlos überstanden. Auch schmeckt der Kaffee wie immer. Nur was will uns der Hinweis denn dann sagen? Liest man ein wenig zwischen den Zeilen, dann kommt man recht schnell darauf: Die Padhersteller befinden sich im Rechtsstreit mit Philips.
Denkt man ein wenig weiter, so kann es sich bei dem Rechtsstreit nur um die Frage handeln, ob die Kaffeepadhersteller Kaffepads anbieten dürfen, die "kompatibel" mit den Senseo Kaffeemaschinen sind, oder nicht. Schade nur für Philips, dass man sich damals für ein, soweit ich weiß, in der Gastronomie übliches Format entschieden hat. Dumm ist obendrein auch noch, dass es an der Form und Bauart der Pads nichts zu patentieren gab. Andere Hersteller wie Melitta (MyCup), Kraft (Tassimo) oder Nescafé haben es besser gemacht. Für ihre Systeme gibt es keine Pads von Fremdherstellern, dafür ist die Anzahl der verfügbaren Sorten aber auch äußerst bescheiden. Aber gerade Kaffeefans würden sich davor hüten sich eine Kaffeemaschine ans Bein zu binden, bei der es nur einen einzigen Hersteller für Kaffee gibt. Wo bleibt denn da die Abwechslung?
Philips scheint aber weniger an die Fans als ans Geld zu denken, und anstatt sich über den reißenden Absatz der Kaffeemaschinen zu freuen klagt man die Padhersteller in Grund und Boden. Na Super. Hoffen wir mal die Padhersteller finden ein legales Schlupfloch, sonst werde ich auf kurz oder lang wieder meine gute alter Filterkaffeemaschine entstauben müssen, was mir wirklich leid täte.
-Daniel
P.S.: Neben den Dallmayr Pads kann ich übrigens auch die Senseo Medium Pads definitiv empfehlen. Am besten selber probieren und entscheiden! Es lebe die Auswahl!