Web-Editoren-Wahl für den Mac

Seit über einem Jahr verwende ich nun MS Frontpage um meine Webseiten zu erstellen. Zu der Zeit, zu der ich mich für Frontpage entschieden hatte, gab es für mich keine sinnvollen Alternativen. Content-Management-Systeme waren mir für den von mir benötigten Umfang zu aufwändig und andere, "professionellere" Lösungen zu teuer. Frontpage lieferte so gesehen genau dass, was ich gerne haben wollte, nämlich Einfachheit pur. Nicht, dass ich etwas dagegen hätte ein wenig mit HTML, CSS & Co zu spielen, aber wenn ich an meine Homepage denke, dann möchte ich an den Inhalt denken, und nicht daran, wie ich ihn präsentieren soll. Das Design macht erstellt man einmal, dann muss aber auch genug sein.

So weit so gut, aber weder war ich mit Frontpage je ganz zu frieden, noch gibt es dafür eine brauchbare Mac Version. Wie einige Leser wohl schon aus meinen vorigen Blogs wissen werden, bin ich seit Spätsommer letzten Jahres stolzer Besitzer eines iBooks, und die Mac-Platform hat mich seit dem so überzeugt, dass sich mein Nutzungsverhalten eindeutig in Richtung des iBooks verschoben hat. So kommt es, dass der PC nur noch eingeschaltet ist, wenn er speziell für Dinge benötigt wird, die ich auf dem iBook nicht machen kann. Leider gehört bisher auch das aktualisieren der Homepage dazu, wodurch ich leider viel zu selten entsprechende Updates vornehme. Und aus diesem Grund stand schon seit einiger Zeit fest: Ich brauche einen auf dem Mac laufenden Web-Editor in der Machart von Frontpage. Nur welches Programm eignet sich am besten?

Wichtige Kriterien für mich sind:

- Ein automatisch generiertes Menü, welches keinen manuellen Pflegebedarf erzeugt, und wo man verschiedene Seiten als Unsichtbar markieren kann.

- Automatisierter FTP Upload direkt aus dem Programm

- WYSIWYG Funktionalität

- Rechtschreibkorrektur (OK, kein Problem bei den meisten Mac Anwendungen)

- Unterstützung für Tabellen, damit ich meine recht umfangreiche Buch-Review-Sektion via Copy & Paste übernehmen kann.

- Problemloses Einbinden von Bannern durch gezieltes Einfügen von HTML-Code sollte möglich sein.

Mein erster Blick fiel auf den Open Source Editor nvu, der für mich allerdings gleich nicht in Frage kam, weil er keine automatisch erzeugten Menüs unterstützt. Da ich sowieso das neue iLife Paket bei Apple bestellt hatte, war das neue iWeb der nächste, potenzielle Kandidat. Aber auch hier gab es recht schnell Ernüchterung: Kein automatischer Upload per FTP, es sei denn, man besitzt einen .Mac Account. (Ich besitze sogar tatsächlich einen, der kommt für den Betrieb meiner Homepage allerdings aus verschiedenen Gründen nicht in Frage.) Außerdem kann man zwar Tabellen importieren (erzeugen geht nicht), jedoch werden diese dann als Bilder dargestellt. Nicht wirklich Sinnvoll für eine größere Review-Sammlung! Auch das Einfügen von HTML-Code ist hier gar nicht möglich. Wirklich Schade, macht iWeb doch sonst einen wirklich ansprechenden Eindruck.

Das als "iWeb Killer" gehandelte RapidWeaver wurde mir dann von einem Arbeitskollegen empfohlen, und für einen kleinen Augenblick glaubte ich schon das für mich passende Programm gefunden zu haben. RapidWeaver macht wirklich einen hervorragenden Eindruck, und scheint auch tatsächlich alle meine Anforderungen zu unterstützen. Alle? Nein, leider fehlt gerade ein kleines aber wichtiges Detail, denn auch RapidWeaver unterstützt wieder keine Tabellen. Zwar könnte man diese mittels HTML-Code einfügen, aber gerade der Bereich der Buch-Reviews, also gerade der mit den Tabellen, wird von mir häufig einem Update unterzogen, und würde damit den größten Vorteil eines Web-Editors, nicht direkt mit HTML fummeln zu müssen, ad absurdum führen. Wirklich schade, wäre RapidWeaver als recht preiswertes Programm ansonsten doch genau das, was ich suche. Wobei eine kleine Hoffnung dann doch noch bleibt, denn es wird gemunkelt, dass die kommende Version 3.5 von RapidWeaver vielleicht Tabellen unterstützt. (Kann das vielleicht schon jemand bestätigen?)

Zu guter letzt habe ich noch einen Blick auf die Beta-Version von Sandvox geworfen, welche allerdings einen recht komplizierten und undurchdachten eindruck macht. Außerdem fehlen auch hier die nötigen Tabellen... Argh! Braucht die denn sonst niemand??? Fürs erste habe ich es an dieser Stelle aufgegeben. Der Wiederstand mir die "großen" Anwendungen anzusehen ist einfach noch zu groß.

Sollte irgend jemand Tipps oder Anregungen zu diesem Thema haben, so würde ich gerne davon hören! (Entweder per E-Mail an d.klein@hobsoft.de oder als Kommentar.)

-Daniel
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